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2008
 

echinops.retro

Zu den Skulpturen von Judith.P.Fischer

 Die Skulpturen und Fotoarbeiten der niederösterreichischen Bildhauerin Judith.P.Fischer stehen im Spannungsfeld zwischen natürlich und künstlich. Ausgangspunkt von Fischers Arbeiten sind Formen und Strukturen der Natur, die sie einerseits zu strengen Konstrukten transformiert, aber auch zu sinnlichen, vegetabilen Gebilden weiterentwickelt.

Die Blüte „echinops.retro“ steht als pars pro toto für Visualisierung von Entfaltung, erfüllter Natur, Werden und Entstehen von Leben.

Seit 1999, dem Jahr ihres Parisstipendiums, arbeitet Judith.P.Fischer mit synthetischen, weichstofflichen Materialien wie Silikon, Latex und mit vorgegebenen Produkten wie etwa Luftballons, Gummihandschuhen und elastomeren Rundschnüren. So wurde auch die Skulptur „echinops.retro“ (2005/2006) autonom aus diesem Material entwickelt. Ihre üppig wuchernde, fleischlich-weiche Oberfläche, die sich einem massiven, kugeligen Gittergerüst überstülpt, hat nicht nur einen fetischistisch-erotischen Charakter, sie nimmt auch direkten Bezug auf die Distel, so wie diese in der Natur vorkommt - wobei den besonderen Reiz dieses Kunstobjekts die weichen, geschmeidigen Stacheln ausmachen, die  zur vorsichtigen Berührung einladen.

 Anhand der computergenerierten, die Objekte begleitenden Fotoserien (Morphings), welche die Verwandlung vom Natur- zum Kunstobjekt in einzelnen Bildern dokumentieren, ist der Entwicklungsprozess nachvollziehbar.